IN MEMORIAM

Die Bilder von Heimo Stübler

 

"Wenn ich male, denke ich an nichts."

"Malerei heißt für mich das Richtige zu tun, ohne dass sie angeschafft und erklärt werden muss."

Aus diesen lapidaren Sätzen des Künstlers kann man ableiten, dass daraus eine sehr spontane, intuitive, jedoch äußerst expressive Malerei entstehen wird - die wie beinahe zufällig geschieht.

"In meinen Bildern lassen die Farben Räume 'durchschauen'. Die Farbe ist ein strömendes eruptives und lebendig bewegtes Element. Die Poetik des Grenzenlosen, des Unvertrauten - von Räumen, die an nichts erinnern."

Statt mit den Resten des Raumes zu arbeiten, arbeitet Stübler mit dem gesamten Raum. Grenzen gibt es nur in der emotionalen Deutung, in der freien Interpretation. Es scheint, er würde die geheime Welt des Unsichtbaren suchen, als wäre es der Atem des Kosmos.

"Kunstwerke sind Versuche, das nicht Darstellbare dazustellen, das Unbegreifliche fühlbar zu machen", hat Adorno gesagt. Und es ist nicht verfehlt, wenn diese Intention in der wunderbaren Malwelt Stüblers spürbar wird. Das Objekt entdeckt das Chaos - Chaos wird Energie  - wird Ereignis - Erlebnis - ein dehnbarer Raum!

An die Stelle der Form tritt die bewußte Auflösung. Die Fläche wird bei Stübler durch ein Überangebot von mikrokosmisch strukturaler Differenzierung unangreifbar. Was hier allein verbleibt, ist die Wirkung der gestaltlosen Substanz, grundsätzlich als unbewegtes Flächen-Kontinuum. Der Eindruck von Gestalt- und Grenzenlosigkeit zeigt sich daher als nahezu vollkommen.

Stübler ist ein Künstler von heftiger Authentizität. Eine menschliche, intensive und gleichzeitig unschuldige Sinnlichkeit durchdringt seine Werke und nicht zuletzt eine sensuelle, abstrakte Expressivität. Seine schöpferische Fähigkeit will zwei Elemente: die Verwendung von einzelnen stark aufgetragenen Pinselstrichen, und die Spuren der Spontaneität als Kontrastwirkung.

Beinahe eine sich regenerierende, am Entstehen neu befindliche Welt. Daraus ergibt sich eine faszinierende, frische und zeitlos befreiende Wirkung.

Prof. Dr. Franco Fonatti

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